Weil nicht-chirurgische Behandlungen kurz sind und den Alltag nicht stören, werden sie als „einfache Eingriffe“ eingeordnet. Diese Wahrnehmung bringt einige Irrtümer mit sich.
1. „Weil es nicht dauerhaft ist, ist es ungefährlich“
Ein falsch hergestellter Zusammenhang. Dass die Wirkung vorübergehend ist, bedeutet nicht, dass kein Risiko besteht.
Bei Filler-Behandlungen ist der Gefäßverschluss eine seltene, aber ernste Komplikation: Er kann zu Gewebsuntergang und im Augenbereich zum Sehverlust führen. In der Literatur wird berichtet, dass eine Netzhautischämie innerhalb von 12–15 Minuten bleibende Schäden verursachen kann.
Vorübergehend ist die erwünschte Wirkung; ein unerwünschtes Ergebnis muss es nicht sein.
2. „Botulinumtoxin macht abhängig; wenn ich aufhöre, sehe ich schlechter aus“
Falsch. Lässt die Wirkung nach, gewinnen die Muskeln ihre frühere Kraft zurück und die Linien kehren in den Zustand vor der Behandlung zurück — schlechter werden sie nicht.
Diese Annahme entsteht vermutlich so: Da man sich an das behandelte Aussehen gewöhnt hat, empfindet man den früheren Zustand nach Nachlassen der Wirkung als „schlechter“. Verändert hat sich jedoch die Wahrnehmung, nicht das Gewebe.
3. „Filler und Toxin sind dasselbe“
Sie lösen unterschiedliche Probleme. Botulinumtoxin verringert die Muskelbewegung und wirkt bei dynamischen, durch Bewegung entstehenden Linien. Filler fügt Volumen hinzu und wird bei Volumenverlust sowie bei Vertiefungen eingesetzt, die auch in Ruhe sichtbar bleiben.
Eine falsche Zuordnung verdirbt das Ergebnis: Filler in eine bewegungsbedingte Linie zu spritzen oder Toxin gegen Volumenverlust einzusetzen, erfüllt die Erwartung nicht.
4. „Nicht-chirurgische Verfahren beheben das Erschlaffen“
Nur in begrenztem Maß. Bei leichter Hauterschlaffung können nicht-chirurgische Straffungsverfahren einen gewissen Effekt erzielen.
Bei ausgeprägtem Hautüberschuss ersetzen sie jedoch keine Straffungsoperation. Auch zusätzliches Volumen korrigiert das Erschlaffen nicht; es beschwert das Gesicht und kann ein „volles, aber abgesunkenes“ Aussehen erzeugen.
5. „Ich sehe das Ergebnis sofort“
Bei beiden nicht. Botulinumtoxin beginnt nach 1–2 Tagen zu wirken und erreicht sein volles Ausmaß in der ersten Woche; beurteilt wird nach einer Woche, eine Feinkorrektur erfolgt bei Bedarf in der zweiten Woche.
Beim Filler lässt die Schwellung den Bereich in den ersten Tagen voller erscheinen, als er ist; das Ergebnis setzt sich innerhalb von zwei Wochen. Eine Beurteilung in der ersten Woche ist irreführend.
Tipp — Planen Sie mindestens zwei Wochen vor einem wichtigen Anlass. Es braucht Zeit, bis sich die Wirkung setzt, und gegebenenfalls für eine Feinkorrektur. Eine Erstbehandlung wenige Tage vor einem Anlass ist nicht ratsam.
6. „Es ist egal, wer es macht, das Produkt ist dasselbe“
Entscheidend ist nicht das Produkt, sondern die Anwendung. Dosis, Injektionspunkt, Tiefe und anatomische Kenntnis beeinflussen Ergebnis und Sicherheit unmittelbar.
Zudem hängt es vom Behandlungsort ab, was im Notfall getan werden kann. Bei einem Gefäßverschluss durch Filler ist das Enzym Hyaluronidase die Lösung — es muss jedoch vor Ort vorhanden sein. Danach zu fragen ist nicht übertrieben, sondern eine grundlegende Sicherheitsfrage.
7. „Meine Falten verschwinden vollständig“
Nein. Botulinumtoxin wirkt nur bei dynamischen, durch Bewegung entstehenden Linien. Tiefe, in die Haut eingegrabene Linien, die auch in Ruhe bestehen bleiben, verschwinden damit nicht.
Diese gehören zu einer anderen Behandlungskategorie, und in manchen Fällen ist eine Operation nötig. Die richtige Erwartung entsteht, indem bei der Untersuchung geklärt wird, welche Art von Linien vorliegt.
Zusammenfassung
| Verbreitete Annahme | Realität |
|---|---|
| Nicht dauerhaft, also ungefährlich | Die Wirkung ist vorübergehend, eine Komplikation kann bleiben |
| Es macht abhängig | Die Muskeln gewinnen ihre frühere Kraft zurück |
| Filler und Toxin sind ähnlich | Sie lösen unterschiedliche Probleme |
| Es behebt das Erschlaffen | Bei ausgeprägtem Erschlaffen unzureichend |
| Das Ergebnis ist sofort sichtbar | Toxin 1 Woche, Filler 2 Wochen |
| Wer es durchführt, spielt keine Rolle | Dosis, Tiefe und Notfallbereitschaft sind entscheidend |
| Alle Falten verschwinden | Nur bei dynamischen Linien wirksam |
Häufige Fragen
Bei welchen Anzeichen soll ich sofort anrufen?
Was, wenn nach dem Toxin mein Augenlid hängt?
Ich habe einen Filler bekommen — ist die Schwellung normal?
Ich bin schwanger — kann ich das machen lassen?
Welches ist für mich das Richtige, und wie wird das entschieden?
Dieser Inhalt dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Jeder Mensch ist anders; Eignung und Ablauf können nur durch eine persönliche Untersuchung und Beratung bestimmt werden.