Brustoperationen

Brustwarzengefühl nach der Brustverkleinerung

BrustoperationenOp. Dr. Yasemin Aydınlı·7 Min. Lesezeit

Bei der Entscheidung für eine Brustverkleinerung geht es bei einer der häufigsten Fragen weder um Schmerzen noch um Narben, sondern darum, ob sich das Gefühl in der Brustwarze verändert. Das ist eine völlig berechtigte Frage. Die Empfindung der Brustwarze ist Teil sowohl des Intimlebens als auch des Reizmechanismus beim Stillen. In diesem Artikel erkläre ich in einfacher Sprache, warum die Empfindung beeinträchtigt wird, was zu erwarten ist und wie sie sich im Laufe der Zeit typischerweise entwickelt.

Woher kommt das Gefühl in der Brustwarze?

Die Empfindung der Brustwarze und des dunkleren Rings um sie herum (des Warzenhofs) stammt von den Interkostalnerven, die zwischen den Rippen verlaufen. Der auf Höhe der vierten Rippe abzweigende seitliche Ast ist die Hauptquelle der Brustwarzenempfindung; Äste der dritten und fünften Ebene tragen ebenfalls bei.

Diese Nerven erreichen die Brustwarze, indem sie durch das Brustgewebe und darunter verlaufen. Mit anderen Worten: Jede Operation, die Brustgewebe umformt, arbeitet naturgemäß in unmittelbarer Nähe dieser Nervenbahnen.

Warum beeinflusst die Operation die Empfindung?

Bei einer Brustverkleinerung wird überschüssiges Gewebe entfernt, die Brustwarze höher versetzt und die Brust neu geformt. Während dieses Prozesses kann sich die Empfindung aus mehreren Gründen vorübergehend verändern:

Ein wichtiger Punkt: Die Chirurgin trennt die Brustwarze nicht vollständig vom Körper. Die Brustwarze wird auf einem Gewebestiel (Pedikel) versetzt, durch den Gefäße und Nerven verlaufen. Genau das Ziel der Technik ist es, diese Nerven- und Gefäßverbindung zu erhalten.

Was ist zu erwarten? Ein Zeitverlauf

Eine Veränderung der Empfindung ist keine Regel; sie ist häufig und meist vorübergehend. Der typische Verlauf ist folgender:

Bei manchen Patientinnen ist es umgekehrt: Die Brustwarze wird für eine Zeit überempfindlich. Auch das gehört zur Nervenreparatur und legt sich meist mit der Zeit.

Kann die Veränderung dauerhaft sein?

Die ehrliche Antwort: meistens nein, aber eine Garantie kann nicht gegeben werden.

Die allgemeine Tendenz wissenschaftlicher Studien ist, dass bei pedikelerhaltenden Techniken der Brustverkleinerung die große Mehrheit der Patientinnen innerhalb eines Jahres eine Empfindung nahe dem präoperativen Niveau zurückerlangt. Bei einer kleinen Gruppe kann die Empfindung jedoch dauerhaft vermindert bleiben. Selten kann eine gesteigerte Empfindlichkeit bestehen bleiben.

Ein vollständiger Empfindungsverlust kommt vor allem bei sehr großen Verkleinerungen und bei speziellen Techniken infrage, bei denen die Brustwarze als freies Transplantat versetzt wird. Diese Technik wird nur bei bestimmten medizinischen Notwendigkeiten gewählt; in einem solchen Fall werden die Erwartungen sowohl hinsichtlich der Empfindung als auch des Stillens vor der Operation ausführlich besprochen.

Was beeinflusst den Verlauf der Empfindung?

Empfindung und Stillen sind nicht dasselbe

Das wird häufig verwechselt: Empfindung sowie Milchbildung und Milchfluss sind unterschiedliche Systeme. Eine verminderte Empfindung der Brustwarze allein bedeutet nicht, dass Stillen unmöglich ist. Andererseits ist die Empfindung Teil der Kette, die beim Stillen den Milchspendereflex auslöst; beides hängt also zusammen, ist aber nicht gleichzusetzen. Das Thema Stillen habe ich in einem eigenen Artikel ausführlich behandelt.

Was Sie tun können, um den Prozess zu unterstützen

Wann sollten Sie Ihre Ärztin kontaktieren?

Das Folgende gehört nicht zur normalen Heilung; wenden Sie sich unverzüglich an Ihre Ärztin:

Häufige Fragen

Ist die Taubheit meiner Brustwarze dauerhaft?

Höchstwahrscheinlich nicht. Bei den meisten Patientinnen kehrt die Empfindung innerhalb von sechs bis zwölf Monaten weitgehend zurück; eine späte Erholung kann bis ins zweite Jahr reichen.

Sind Kribbeln und elektrisierende Empfindungen normal?

Ja. Es ist meist ein Zeichen dafür, dass der Nerv wieder zu arbeiten beginnt, und es nimmt mit der Zeit ab.

Meine Brustwarze ist überempfindlich geworden – vergeht das?

Meistens ja. Weiche Stoffe und Zeit genügen in der Regel; hält es an, sollte es bei einer Kontrolle beurteilt werden.

Wenn meine Empfindung vermindert ist, kann ich dann nicht stillen?

Empfindung und Milchbildung sind unterschiedliche Systeme. Eine verminderte Empfindung allein steht dem Stillen nicht entgegen; der Verlauf ist jedoch individuell verschieden.

Meine Empfindung war schon vor der Operation vermindert – ist das ein schlechtes Zeichen?

Nein. Bei sehr großen und hängenden Brüsten können die Nerven bereits gedehnt sein; bei manchen Patientinnen verbessert sich die Empfindung nach der Operation sogar.

Kann garantiert werden, dass meine Empfindung zurückkommt?

Nein. Kein Chirurg kann das garantieren. Der erwartete Verlauf ist günstig, das Ergebnis hängt jedoch von der Person, der Technik und dem Heilungsverlauf ab.

Über die Autorin

Op. Dr. Yasemin Aydınlı ist Absolventin der englischsprachigen Medizinischen Fakultät der Hacettepe Universität. Ihre Facharztausbildung in Plastischer, Rekonstruktiver und Ästhetischer Chirurgie absolvierte sie an der Medizinischen Fakultät der Ankara Universität. Sie praktiziert ästhetische und rekonstruktive Chirurgie in Istanbul; Brustverkleinerung, Brustvergrößerung, Bruststraffung, Bauchdeckenstraffung und Körperformung gehören zu ihren Hauptinteressengebieten.

Dieser Artikel wurde zu Informationszwecken erstellt und ersetzt keine medizinische Beratung. Die anatomischen Merkmale, der Gesundheitszustand und die Erwartungen jedes Patienten sind unterschiedlich. Behandlungsoptionen und Eignungsbewertungen können nur nach einer persönlichen Untersuchung bestimmt werden.

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