Medizinische Ästhetik

Neue Injektionen: Polynukleotide und regenerative Ansätze

Medizinische ÄsthetikOp. Dr. Yasemin Aydınlı·3 Min. Lesezeit

Lange bedeutete „Injektion“ zweierlei: Botulinumtoxin, das die Muskelbewegung verringert, und Filler, der Volumen hinzufügt. In letzter Zeit rückt ein dritter Bereich in den Vordergrund — regenerative Injektionen.

Am meisten besprochen werden dabei Polynukleotide aus Lachs-DNA. Umgangssprachlich ist auch von der „Lachssperma“-Behandlung die Rede.

Was bewirkt es, und warum ist es anders?

Der wesentliche Unterschied: Filler fügt Volumen hinzu, Toxin verringert Bewegung. Polynukleotide hingegen fügen weder Volumen hinzu noch stoppen sie Bewegung — sie zielen darauf ab, die eigenen Reparaturprozesse des Gewebes anzuregen.

BehandlungWas es bewirktWann es geeignet ist
BotulinumtoxinVerringert die MuskelbewegungDurch Bewegung entstehende Linien
Hyaluronsäure-FillerFügt Volumen hinzuVolumenverlust, Vertiefungen
PolynukleotidRegt die Geweberegeneration anHautqualität, feine Linien, Gewebeausdünnung

Wissenschaftlicher Hintergrund

Die verwendete Substanz besteht aus gereinigten DNA-Fragmenten aus Lachszellen — Polydesoxyribonukleotid (PDRN). Lachs-DNA wird bevorzugt, weil ihre Struktur eine hohe Übereinstimmung mit menschlicher DNA aufweist.

Diesen Molekülen werden im Gewebe stimulierende und entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben; sie sollen die Fibroblastenaktivität steigern und die Kollagensynthese unterstützen. Außerhalb der Ästhetik werden sie auch zur Sehnenheilung und zur Beschleunigung der Narbenheilung eingesetzt.

Warum ist es gerade jetzt populär geworden?

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. In den letzten Jahren entstanden bei der Filler-Nutzung Sättigung und Gegenbewegung: Das überfüllte Aussehen wurde zum Kritikpunkt, und statt Volumen hinzuzufügen wandten sich Patientinnen und Patienten der Verbesserung der Hautqualität zu .

Polynukleotide trafen genau in diese Lücke: ein Ansatz, der die Gewebequalität anspricht, ohne das Volumen sichtbar zu verändern.

Realistische Erwartung

Zu wissen, was diese Behandlung nicht ist, ist ebenso wichtig wie zu wissen, was sie ist:

Tipp — Die Wirkung dieser Behandlung ist weniger sichtbar als bei Fillern — das ist kein Mangel, sondern eine bewusste Entscheidung. Erwarten Sie eine „deutliche Veränderung“, ist dies möglicherweise nicht das richtige Verfahren; erwarten Sie „Gewebequalität“, kann es genau passend sein.

Andere regenerative Ansätze

Unter diese Überschrift fallen weitere Verfahren — aus dem eigenen Blut gewonnene Produkte und als Kollagenstimulatoren bezeichnete Injektionen. Wirkmechanismus, Evidenzgrad und Anwendungsbereich sind bei jedem anders.

Gemeinsam ist ihnen: Statt Volumen hinzuzufügen, wollen sie alle die eigene Antwort des Gewebes anregen. Gemeinsam ist ihnen auch die Grenze: Für ein strukturelles Problem — ausgeprägtes Erschlaffen oder Volumenverlust — sind sie keine Lösung.

Fragen, die Sie stellen sollten

Was bedeutet es, dass es ein Trend ist?

Dass eine Behandlung populär ist, heißt nicht, dass sie für Sie geeignet ist. Popularität ist kein medizinisches Kriterium.

Andererseits zeigt dieser Trend etwas: Die Ausrichtung der Patientinnen und Patienten verschiebt sich vom „Hinzufügen“ zum „Verbessern“. Langfristig kann das maßvollere und natürlichere Ergebnisse bedeuten — und das ist für sich genommen eine erfreuliche Entwicklung.

Häufige Fragen

Kann ich das statt eines Fillers machen lassen?
Sie leisten nicht dasselbe. Bei Volumenverlust füllen Polynukleotide diesen nicht auf. Liegt das Problem in der Hautqualität, verbessert ein Filler sie nicht. Was geeignet ist, wird bei der Untersuchung festgelegt.
Wie viele Sitzungen sind erforderlich?
In der Regel sind mehrere Sitzungen mit Wartezeiten dazwischen nötig. Der genaue Plan hängt vom verwendeten Produkt und vom Ziel ab.
Wie lange hält die Wirkung an?
Es ist nicht dauerhaft; zur Aufrechterhaltung sind Wiederholungen nötig. Die Dauer hängt von Person und Produkt ab.
Ist Lachs-DNA sicher?
Die verwendete Substanz besteht aus gereinigten DNA-Fragmenten und findet auch außerhalb der Ästhetik medizinische Anwendung. Teilen Sie unbedingt Ihre Allergiegeschichte und eine etwaige Fischallergie mit.
Wann sind die Ergebnisse sichtbar?
Die Wirkung ist allmählich; eine sofortige Veränderung wie beim Filler ist nicht zu erwarten. Da die Gewebereaktion Zeit braucht, wird erst nach einigen Wochen beurteilt.
Ich bin schwanger — kann ich das machen lassen?
Injektionen zu ästhetischen Zwecken werden in Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen.
Dieser Inhalt dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Jeder Mensch ist anders; Eignung und Ablauf können nur durch eine persönliche Untersuchung und Beratung bestimmt werden.
Op. Dr. Yasemin Aydınlı

Op. Dr. Yasemin Aydınlı

Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgin

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