Lange bedeutete „Injektion“ zweierlei: Botulinumtoxin, das die Muskelbewegung verringert, und Filler, der Volumen hinzufügt. In letzter Zeit rückt ein dritter Bereich in den Vordergrund — regenerative Injektionen.
Am meisten besprochen werden dabei Polynukleotide aus Lachs-DNA. Umgangssprachlich ist auch von der „Lachssperma“-Behandlung die Rede.
Was bewirkt es, und warum ist es anders?
Der wesentliche Unterschied: Filler fügt Volumen hinzu, Toxin verringert Bewegung. Polynukleotide hingegen fügen weder Volumen hinzu noch stoppen sie Bewegung — sie zielen darauf ab, die eigenen Reparaturprozesse des Gewebes anzuregen.
| Behandlung | Was es bewirkt | Wann es geeignet ist |
|---|---|---|
| Botulinumtoxin | Verringert die Muskelbewegung | Durch Bewegung entstehende Linien |
| Hyaluronsäure-Filler | Fügt Volumen hinzu | Volumenverlust, Vertiefungen |
| Polynukleotid | Regt die Geweberegeneration an | Hautqualität, feine Linien, Gewebeausdünnung |
Wissenschaftlicher Hintergrund
Die verwendete Substanz besteht aus gereinigten DNA-Fragmenten aus Lachszellen — Polydesoxyribonukleotid (PDRN). Lachs-DNA wird bevorzugt, weil ihre Struktur eine hohe Übereinstimmung mit menschlicher DNA aufweist.
Diesen Molekülen werden im Gewebe stimulierende und entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben; sie sollen die Fibroblastenaktivität steigern und die Kollagensynthese unterstützen. Außerhalb der Ästhetik werden sie auch zur Sehnenheilung und zur Beschleunigung der Narbenheilung eingesetzt.
Warum ist es gerade jetzt populär geworden?
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. In den letzten Jahren entstanden bei der Filler-Nutzung Sättigung und Gegenbewegung: Das überfüllte Aussehen wurde zum Kritikpunkt, und statt Volumen hinzuzufügen wandten sich Patientinnen und Patienten der Verbesserung der Hautqualität zu .
Polynukleotide trafen genau in diese Lücke: ein Ansatz, der die Gewebequalität anspricht, ohne das Volumen sichtbar zu verändern.
Realistische Erwartung
Zu wissen, was diese Behandlung nicht ist, ist ebenso wichtig wie zu wissen, was sie ist:
- Es fügt kein Volumen hinzu. Bei Vertiefungen oder ausgeprägtem Volumenverlust ist dies nicht die Lösung.
- Es behebt kein Erschlaffen. Bei Hautüberschuss kann es eine Operation nicht ersetzen.
- Es beseitigt keine durch Bewegung entstandenen Linien. Das ist ein anderes Thema.
- Es liefert in einer Sitzung kein Ergebnis. In der Regel sind mehrere Sitzungen mit Pausen dazwischen nötig.
- Es ist nicht dauerhaft. Zur Aufrechterhaltung der Wirkung sind Wiederholungen nötig.
Tipp — Die Wirkung dieser Behandlung ist weniger sichtbar als bei Fillern — das ist kein Mangel, sondern eine bewusste Entscheidung. Erwarten Sie eine „deutliche Veränderung“, ist dies möglicherweise nicht das richtige Verfahren; erwarten Sie „Gewebequalität“, kann es genau passend sein.
Andere regenerative Ansätze
Unter diese Überschrift fallen weitere Verfahren — aus dem eigenen Blut gewonnene Produkte und als Kollagenstimulatoren bezeichnete Injektionen. Wirkmechanismus, Evidenzgrad und Anwendungsbereich sind bei jedem anders.
Gemeinsam ist ihnen: Statt Volumen hinzuzufügen, wollen sie alle die eigene Antwort des Gewebes anregen. Gemeinsam ist ihnen auch die Grenze: Für ein strukturelles Problem — ausgeprägtes Erschlaffen oder Volumenverlust — sind sie keine Lösung.
Fragen, die Sie stellen sollten
- Ist bei mir das eigentliche Problem die Hautqualität, ein Volumenverlust oder das Erschlaffen?
- Wie viele Sitzungen sind geplant, und in welchen Abständen?
- Wie lange soll die Wirkung voraussichtlich anhalten?
- Welche Zulassung und welchen Anwendungsbereich hat das verwendete Produkt?
- Führt ein Arzt die Behandlung durch?
- Was geschieht im Fall einer Nebenwirkung?
Was bedeutet es, dass es ein Trend ist?
Dass eine Behandlung populär ist, heißt nicht, dass sie für Sie geeignet ist. Popularität ist kein medizinisches Kriterium.
Andererseits zeigt dieser Trend etwas: Die Ausrichtung der Patientinnen und Patienten verschiebt sich vom „Hinzufügen“ zum „Verbessern“. Langfristig kann das maßvollere und natürlichere Ergebnisse bedeuten — und das ist für sich genommen eine erfreuliche Entwicklung.
Häufige Fragen
Kann ich das statt eines Fillers machen lassen?
Wie viele Sitzungen sind erforderlich?
Wie lange hält die Wirkung an?
Ist Lachs-DNA sicher?
Wann sind die Ergebnisse sichtbar?
Ich bin schwanger — kann ich das machen lassen?
Dieser Inhalt dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Jeder Mensch ist anders; Eignung und Ablauf können nur durch eine persönliche Untersuchung und Beratung bestimmt werden.