Was ist eine Rhinoplastik?
Die Rhinoplastik ist ein chirurgischer Eingriff, der durch Umformung von Form, Größe oder Winkel der Nase ein harmonischeres und ausgewogeneres Erscheinungsbild im Einklang mit dem Gesicht anstrebt. Neben ästhetischen Aspekten kann sie auch zur Korrektur funktioneller Probleme wie Atembeschwerden durchgeführt werden. Beide Ziele lassen sich in einer einzigen Operation angehen (funktionelle + ästhetische Rhinoplastik).
Da sie im Zentrum des Gesichts liegt, beeinflusst die Nase die Wahrnehmung aller Gesichtszüge. Daher ist das Ziel der Rhinoplastik keine "Standardnase", sondern ein natürliches und ausgewogenes Ergebnis, das zum Gesicht, zur ethnischen Struktur und zum Ausdruck der Person passt.
Techniken der Rhinoplastik
Offene Rhinoplastik
Es wird ein kleiner Schnitt am Steg zwischen den Nasenlöchern (Columella) gesetzt, der der Chirurgin eine weite Sicht und präzisen Zugang zur Nasenstruktur gibt. Sie wird bei komplexen Umformungen bevorzugt. Die Narbe dieses Schnitts wird mit der Zeit meist unauffällig.
Geschlossene Rhinoplastik
Alle Schnitte werden im Inneren der Nase gesetzt, sodass keine äußere Narbe entsteht. Sie wird in geeigneten Fällen bevorzugt.
Nasenspitzenplastik
Sie kann in begrenzten Fällen angewendet werden, in denen nur an der Nasenspitze umgeformt werden muss. Welche Technik geeignet ist, wird in der Beratung anhand der Nasenstruktur und der gewünschten Veränderung festgelegt.
Wer ist ein geeigneter Kandidat?
- Personen, die mit Form, Größe oder Winkel ihrer Nase unzufrieden sind
- Personen mit einem Höcker auf dem Nasenrücken oder einer hängenden Spitze
- Personen mit Atembeschwerden (etwa einer Septumverkrümmung)
- Personen, deren Gesichtswachstum abgeschlossen ist (in der Regel über 18) und die realistische Erwartungen haben
Der Operationsablauf
- Beratung: Gesichtsproportionen und Erwartungen werden beurteilt und der Plan erstellt.
- Operation: Unter Vollnarkose in offener oder geschlossener Technik, durchschnittlich in 1,5–2,5 Stunden.
- Heilung: Die Schiene/der Gips wird nach 1 Woche entfernt; die Heilungsphasen sind unten beschrieben.
Heilungsverlauf — Schritt für Schritt
- Erste Woche: Auf der Nase liegt eine Schiene/ein Gips. Schwellung und Blutergüsse um die Augen sind normal und individuell verschieden. Die Schiene wird meist nach 1 Woche entfernt.
- 2. Woche: Deutliche Schwellung und Blutergüsse gehen weitgehend zurück; die Rückkehr ins soziale Leben ist für die meisten möglich.
- 1.–3. Monat: Der Großteil der Schwellung geht zurück und die Nase wird deutlich freier.
- 6.–12. Monat: Die feine Schwellung bildet sich vollständig zurück und das endgültige Ergebnis tritt hervor. Die letzten Feinheiten an der Nasenspitze zeigen sich in dieser Zeit.
Sie ist in der Regel weniger schmerzhaft als erwartet. In den ersten Tagen ist die Nasenverstopfung ausgeprägter; etwaige Schmerzen sind meist auf einem Niveau, das sich mit den empfohlenen Medikamenten lindern lässt.
Heutzutage werden in den meisten Fällen atmungsaktive Silikontamponaden oder tamponadefreie Techniken verwendet; das ist weitaus angenehmer als ältere Methoden.
Obwohl das Gesamtbild innerhalb weniger Wochen erkennbar ist, kann das vollständige Abklingen der feinen Schwellung an der Nasenspitze und das Setzen des Endergebnisses 6–12 Monate dauern.
Ja. Funktionelle Probleme wie eine Septumverkrümmung können in derselben Operation wie die ästhetische Korrektur behandelt werden (Septorhinoplastik).
Bei der geschlossenen Technik bleibt keine äußere Narbe; bei der offenen Technik wird die kleine Narbe an der Columella mit der Zeit unauffällig.